
Gingivitis
Entzündung des Zahnfleischs. Durch Beläge, Zahnstein oder mechanische Reize (z. B. überstehende Füllungen oder Kronen) und Bakterien ausgelöst. Durch Entfernung der Ursachen (Professionelle Zahnreinigung) kann die Gingivitis rückgängig gemacht werden. Vorstufe der Parodontitis. Eine schwere Form der Gingivitis ist die ANUG (akut nekrotisierende ulzerierende Gingivitis), die mit stark schmerzendem und sich auflösendem Zahnfleisch einhergeht.
Gold
Ein sehr präzises Material in der Zahnheilkunde sind Goldlegierungen. Sie lassen sich gut bearbeiten und sind deshalb sehr präzise in der Passform. Goldlegierungen werden für Kronen, Brücken, Teilkronen und Inlays (s.u.) verwendet. Aber natürlich muss man dann nicht ein goldglänzendes Lächeln zeigen. Goldlegierungen können mit Keramik verblendet werden und sind dann vom natürlichen Zahn kaum zu unterscheiden.
Herausnehmbarer Zahnersatz
Wenn nicht mehr genug feste Zähne vorhanden sind, um festsitzenden Zahnersatz einzusetzen, ist die Herstellung von herausnehmbarem Zahnersatz notwendig. Dieser kann in verschiedensten Formen hergestellt werden. Totale Prothesen, wenn kein Zahn mehr da ist, Teilprothesen, wenn noch Zähne zur Verankerung vorhanden sind.
Die Verankerung von einfachen Teilprothesen wird mit Klammern erreicht. Um eine bessere Haltekraft und Ästhetik zu erreichen, ist eine Teleskopprothese in gewissen Fällen Mittel der Wahl.
Totale Prothesen halten allein durch ihre Saugkraft an der Schleimhaut des Kiefers, wenn dieser noch gut ausgeprägt ist. Leider nimmt der immer mehr ab, sodass bei schlechtem Sitz der Prothesen die Haltekraft nur noch mit Implantaten (s.u.) wieder verbessert werden kann.
Hypomineralisation, Mineralisationsstörung
Vielleicht haben Sie schon einmal bei sich oder anderen weiße Kreideflecken an den großen Schneidezähnen bemerkt? Dies sind Hypomineralisationen – also Mineralisationsstörungen, die schon bei der Zahnentwicklung im Kiefer entstanden sind. Sie können nicht nur an den Schneidezähnen, wo sie besonders auffallen, vorkommen, sondern auch an allen anderen Zähnen, oft an den großen Backenzähnen. Mineralisationsstörungen können in verschiedenster Weise auftreten: die schon beschriebene weißen Flecken, braun-gelbe Flecken oder sogar fehlende Höcker oder Schneidekanten.
Als Ursache kommen viele Dinge in Frage: Geburtsstress, Mangel an Mineralien, Krankheiten und Medikamente in der frühen Kindheit.
Solange an diesen Stellen keine Karies entsteht, oder die Ästhetik stark beeinflusst wird, ist keine Therapie notwendig. Eine Abklärung durch den Zahnarzt sollte jedoch erfolgen, da die Mineralisationsstörungen einer Demineralisation und beginnenden Karies manchmal ähnlich sehen können.
Implantate

Wörtlich übersetzt sind Implantate „Einpflanzungen”. Gemeint sind hier in den Knochen eingesetzte Titanwurzeln. Die wohl bekanntesten Implantate sind künstliche Hüftgelenke, aber auch Zahnimplantate sind weit verbreitet und gehören fast schon zur zahnärztlichen Routine. Die künstlichen Wurzeln werden im Rahmen einer kleinen schonenden Operation unter Betäubung nach einer Vorbohrung in den Kiefer gesetzt. Während des nun folgenden knöchernen Heilungsprozesses wachsen Knochenzellen in die raue Implantatoberfläche ein und garantieren so einen festen Halt. Das Material Titan ist biokompatibel und sehr gut verträglich.
Implantate werden häufig gesetzt, um Einzelzahnlücken zu schließen. Hier ersetzt ein Implantat einen Zahn, ohne dass die Nachbarzähne wie bei einer Brücke beschliffen werden müssen. Das schont gesunde Zahnsubstanz. Ein weiterer Haupteinsatzbereich ist die Verankerung von Totalen Prothesen. Da im Unterkiefer der Halt bei zunehmendem Alter und Knochenverlust schlechter wird, ist hier schon mit 2 oder 4 kleinen Implantaten eine merkliche Verbesserung im Halt der Prothese zu erreichen.
Aber auch wenige Restzähne kann man durch zusätzliche Implantate ergänzen und somit gute Voraussetzungen für festsitzenden Zahnersatz schaffen, um herausnehmbaren Zahnersatz (s.o.) zu vermeiden.
Moderne Implantate haben nach erfolgreicher Einheilung und guter Pflege eine Lebensdauer ähnlich den natürlichen Zähnen. Da nur eine künstliche „Wurzel” eingesetzt wird und der Aufbau variabel ist, kann z.B. aus einer Krone eine Brücke, eine Steg oder ein Teleskop werden. Somit kann das Implantat auch bei veränderter Situation immer weiterverwendet werden.
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Einzelimplantat mit Krone | | Einzelimplantat mit Brücke | | 2 Implantate nach dem Einsetzen und vor der Versorgung mit einer Brücke |
Individualprophylaxe

Die Individualprophylaxe (IP) ist ein Programm der Krankenkassen zur Vorsorge bei Kindern.
Die Kosten werden ab dem 7. bis zum 18. Lebensjahr von den Kassen getragen. Die IP hat seit ihrer Einführung erheblich zur Reduktion der Karies in jugendlichen Gebissen beigetragen.
Sie beinhaltet halbjährliche Putzkontrollen mit Beratung zur Zahnpflege und Ernährung, Fluoridierung mit speziellen Fluoridpräparaten und die Fissurenversiegelung der Molaren (große Backenzähne).
Bei hohem Kariesrisiko ist die Fluoridierung häufiger und auch vor dem 7. Lebensjahr möglich.
Inlays
Inlays oder wörtlich „Einlagefüllungen” sind im Labor gefertigte Alternativen zu Füllungen. Sind die Defekte im Zahn sehr ausgedehnt oder fehlt sogar schon ein Höcker, könnte zwar unter
Umständen noch eine normale Füllung gelegt werden, diese kann aber aufgrund der höheren Schwierigkeit und Schrumpfung des Materials undichte Stellen aufweisen, die eher zu einer erneuten Karies führen können. Auch kann es schwer werden den Kontaktpunkt zu den Nachbarzähnen wieder herzustellen, was dazu führt, dass Speisereste zwischen den Zähnen hängenbleiben.

Die bessere Alternative ist es also, einen Abdruck zu machen und die „Füllung” (Inlay) im Labor herzustellen. Dort kann genauer gearbeitet werden, denn man hat Licht, keinen Speichel und kann den Gipszahn aus dem Modell herausnehmen und von allen Seiten bearbeiten. Das fertige Inlay wird dann in den Zahn einzementiert (Gold, s.o.) oder mit Kunststoff eingeklebt (Keramik). Aufgrund der hohen Präzision haben Inlays eine längere Lebensdauer als große Füllungen.
